Projects

Seit langem ist die Lehre fester und wichtiger Bestandteil der Arbeit von Frauke von Jaruntowski.

Zwischen 2003 und 2005 lehrte sie im Rahmen des Forschungsvorhabens „Moden (Er)finden“ an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), Studiendepartment Design im Studiengang ‚Textildesign’. Darüber hinaus leitete sie mehrere Jahre den Lehramtsstudiengang ‚Technik/Textil und Bekleidung. Ihr Ziel war es, zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern neben der Förderung von fachspezifischen Fertigkeiten insbesondere ein hohes Maß an gestalterischer Kompetenz zu vermitteln.

Auch als Dozentin der AMD Akademie Mode & Design in Hamburg gilt ihr Interesse der Vermittlung gestalterischer Inhalte im Studiengang Raumkonzept und Design (BA). Dort lehrt sie das Fach Gestaltungslehre.

2006 gründete Frauke von Jaruntowski  mit zehn weiteren Personen den Veranstaltungsort Kultwerk West (www.kultwerkwest.de) - eine Plattform für künstlerische, politische, soziale Aktivitäten und Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Sie legte ihren Focus auf Mode und Design und  kuratierte in diesem Zusammenhang eine große Anzahl von Ausstellungen und Events und leistete so einen Beitrag zur Sensibilisierung in der Öffentlichkeit für diese Themen.

 In Zusammenarbeit mit der Kollegin Prof. Vera Doerk entwickelte sie in den letzten Jahren räumliche Inszenierungen, die aus der Verbindung textiler Gestaltung mit medialen räumlichen Inszenierungen bestehen. Die ortsbezogenen Installationen werden seither in verschiedenen Kontexten öffentlich präsentiert.

Innen-Räume

Innen-Räume ist eine interaktive Installation. Zu sehen war sie am 18. April 2015 in den Deichtorhallen, Halle für Aktuelle Kunst, zur Langen Nacht der Museen in Hamburg. Die Installation entstand in Zusammenarbeit mit Vera Doerk. Für ihre tatkräftige Mitarbeit möchte ich an dieser Stelle Skybus, Alejandro Gomez D'Auria und Arne Gleiss danken.

Verwoben

Ein Projekt von Vera Doerk und Frauke von Jaruntowski

Im Lübecker Dielenhaus, zur Museumsnacht am 30. August 2014

Das Lübecker Dielenhaus in der Fleischhauerstraße 79 hat eine lange Geschichte -  bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts hinein, wie Quellen belegen. Seitdem beheimatete das Haus viele verschiedene Menschen mit ihren Gewerken und Geschäften. Ab den 1970iger Jahren verfiel das Haus dann zunehmend, bis Hans Büning, Jörg Haufe und Nicola Petereit es 2006 kauften und damit retteten. In liebevoller, sensibler und kompetenter Feinarbeit sanierten sie das Dielenhaus. Hans Büning zog es dann selbst dorthin.

Die wunderschöne Diele des Hauses beheimatet, nach Fertigstellung, einen Veranstaltungsraum, frei für viel Besuch und unterschiedlichen Aktivitäten.

Im Rahmen der Museumsnacht in Lübeck zeigten Frauke von Jaruntowski und Vera Doerk hier die multimediale Rauminstallation ‚Verwoben‘. Mit 15000 Meter Garn wurde die Diele des Dielenhauses installativ vernetzt, verspannt und verwoben. Das Netz wurde mit Animationen bespielt und wurde so zu einem multimedialen Raumerlebnis. Die Motive für die Animationen entwickelten sich aus während der Sanierung Schicht für Schicht freigelegten Tapetenfragmenten- Fragmente der Geschichte dieses Hauses.

Copyright Vera Doerk 2014

Vernetzung

Installation im historischen Treppenhaus der AMD, Akademie Mode & Design Hamburg, Erbaut von Ferdinand Streb 1967

An dem gemeinsamen Thema Bewegung/ Vernetzung arbeiteten Studierende des 3.Semsters des Studiengangs Raumkonzept und Design (B.A.) gleich in drei Lehrgebieten. Bewegung und ihre Spuren auf dem Papier, im Raum und in der filmischen Animation waren Gegenstand der Auseinandersetzung. Dazu fanden im Vorfeld Studien statt, bei denen die Studierenden ihre Wege im Raum nachgezeichnet und in Grafiken und Modellen wiedergegeben haben. Linien und Fäden dienten als Abbild von Bewegung, und es entstanden eigenwillige Neukompositionen. Außerdem wurden architektonische Gebäude auf ihren Bewegungsgedanken hin analysiert, um diesen zu einer 3D-Animation in abstrahierter Form zu visualisieren. Auch hier spielt die Linie als Punkt in Bewegung eine Rolle, um Entstehungsprozesse im dreidimensionalen Raum sichtbar zu machen.

Im Rahmen der Endpräsentation entstand schließlich im Treppenhaus der AMD Hamburg eine multimediale Installation, die sich aus den Ergebnissen der Lehrgebiete Gestaltungslehre und Medialer Raumgestaltung zusammensetzte. Gespannte Netze wurden durch Projektionen auf Gaze ergänzt und verschmolzen zu einer Gesamtinszenierung im Raum.

Gezeigt wurden auch Booklets, die zugleich im Lehrgebiet Visuelle Kommunikation entwickelt wurden. In ihnen findet sich auf jeweils 16 Seiten, faltbar in verschiedene Formate, die grafische Visualisierung eines durchgehenden Bewegungsflusses.

WS 2010/11

Beteiligte: Studierende des 3. Semesters Raumkonzept und Design (B.A.)

Projektleitung: Prof. Vera Doerk (Professur für mediale Raumgestaltung), Frauke von Jaruntowski (Dozentin für Gestaltungslehre)

Kunst Meets Schinkel 2015

Schulprojekt mit der Evangelischen Schule Neuruppin und der Karl-Friedrich-Schinkelgesellschaft e.V.

Im Rahmen der Projektwoche der Evangelischen Schule Neuruppin Gymnasium entstand mit SchülerInnen aus unterschiedlichen Jahrgängen die Installation „Kunst meets Schinkel“. Die Projektwoche begann mit einer intensiven zeichnerischen Auseinandersetzung der SchülerInnen unter Anleitung von Prof. Johannes Uhl und Prof. Hartmut Stechow zu dem Thema „Kreatives Gestalten nach Schinkel“. Die entstandenen Zeichnungen bildeten die Basis für die groß angelegte Installation unter Leitung von Dipl.-Des. Frauke von Jaruntowski und Prof. Vera Doerk. Die SchülerInnen verwoben und versponnen gemeinsam das Treppenhaus eines ehemaligen Verwaltungsgebäudes mit 3000 Meter Baumwollgarn. Auf diese Netze konnten sie im Anschluss ihre eigenen Zeichnungen projizieren. Die installative Verschmelzung von Netz und Zeichnungen in einem öffentlichen Raum war für die SchülerInnen ein Erlebnis, das zu mehr anregte. Sie waren stolz auf ihre Arbeit.

Konzept, Anleitung, Realisation Vera Doerk und Frauke von Jaruntowski

Beteiligte SchülerInnen der Evangelischen Schule Neuruppin Gymnasium

Betreuung Zeichnungen Prof. Stechow und Prof. Uhl

Gefördert durch die Sparkasse Neuruppin

© Vera Doerk, Frauke von Jaruntowski

Fotos: Jan Büneman

Fashion For Development (FFD)

Im Rahmen ihres Programms zur Förderung des Handwerks in Togo, Ghana und Benin,  rief  die NGO CERAD (Togo) das internationale Projekt “Fashion For Development“ ins Leben, vornehmlich zur Unterstützung lokaler Mode- und Textildesigner. Der Schwerpunkt lag auf der Entwicklung und der Produktion von in Handarbeit gefärbten und bedruckten Textilien. So wurde über die Einrichtung einer Färbe- und Druckwerkstatt die Möglichkeit geschaffen, Designern, Künstlern, Druckern, Webern und Färbern synergetisch  an der Entwicklung einer textilen Kollektion für den Mode- und Interieur- Bereich zu arbeiten. Es entstand ‚Art Goes Textiles‘, eine Stoffkollektion, die die afrikanischen Wurzeln und das lokale, handwerkliche Knowhow mit aktuellen Kunstströmungen verschmelzen lässt.

Seit 2006 fanden zudem  Workshops mit Gestaltern aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen statt. Es gab Modenschauen, Ausstellungen und einen kleinen Laden in Lome/ Togo, wo die entstanden Produktreihen angeboten wurden.

Frauke von Jaruntowski war im März 2009 in Lome und leitete für 12 Künstler und Designer aus Togo und Ghana einen Druckworkshop an. 

Forschungsprojekt Moden (Er)finden

Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fachbereich Gestaltung, Studienschwerpunkt Produkt-Design-Textil  

Ein Forschungsprojekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Department Design, Studiengang Produktdesign-Textil

Prof. Marion Ulrich, Frauke von Jaruntowski

 

„Ein neues Produkt benötigt neue Präsentationsformen, eine neue Präsentationsform generiert neue Produkte.“  

Frei nach diesem Wahlspruch galt es im Rahmen des Forschungsvorhabens, textilen Produkten eine Aura zu geben, in einem adäquaten Umfeld, sowohl medial als auch „zum Anfassen“, sowie eine dazugehörige Vermarktungsstrategie zu entwickeln, aus der neue Formen von Existenzgründungen resultieren können.

Die zu stellenden Fragen lauteten:

Welche Produkte braucht der Mensch, sein Raum, die Gesellschaft, der Markt?

Welche Botschaften, Inhalte, Ideen oder Atmosphären transportiert ein Produkt?

Welche Entwurfsmethoden, Produktionen, Präsentationsformen, Vertriebswege fordert ein Produkt? 

Wie fing es an?

Das Pilotprojekt ‚Zu Hause in St.Pauli‘ gliederte sich in eine Recherche über den Stadtteil und in die Konzeption neuer Design-Produkte an der Hochschule, die anschließend in den öffentlichen Raum gestellt, sich ausloteten an der Peripherie von Kunst und Vermarktung, als ein alternativer Versuch zu klassischen Vermarktungsstrategien, in Anbindung an Hamburg, aber auch über die Grenzen hinaus.

Wie ging es weiter?

Ausgehend von dem Begriff ‚Heimat eines Stadtteils‘, ging es über die ‚Heimat in einem Gebäude‘ (Hotelprodukte zum Wohlfühlen) zum neu erfundenen Begriff ‚heimatschön‘, der sich auch aus der Diskussion der Studentinnen über den zum Teil als dreckig und unschön empfundenen Stadtteil St.Pauli ergab.

Das Projekt mündete in einer noch intensiveren Ausarbeitung und Evaluierung von Entwurfsmethoden, Präsentationsformen, Vermarktungsstrategien auch wieder an einem spezifischen Ort Hamburgs, ‚City Nord‘, ein städtebaulicher Brennpunkt.

Prof. Marion Ulrich

 

Heimatschön / Unterwegs sein

"Globalism is over. Suddenly and dramatically the idea to serve the global village the same old food and the wish to dress it in the uniform of the style police is over and gone – the end of the story." -Li Edelkoort

Wir leben in einer Zeit, die uns immer mehr Mobilität abverlangt, die Grenzen ad absurdum führt, die Offenheit, Flexibilität, Neugierde braucht.

Was bedeutet da die ‚Heimat’ in diesen immer mobiler werdenden Zusammenhängen?

Wird es das mobile Heim sein, das wir uns jederzeit auf den Rücken schnallen können, oder das heimatliche Nest als Rückzugsort?

Impliziert der Begriff ‚Heimat’ immer das Rückwärtsgewandte, die Tradition, das Wohlbekannte? 

Liegt in dem aktuellen Aufschwung traditioneller, lokaler Handwerkstechniken eine Zukunft?

Wir stellen Fragen, wir suchen Antworten. Indem wir uns immer wieder kreativ fordernd dieser Suche stellen, entsteht ‚Neues’.

Das ist unser Anliegen.

 

Zu Hause in St.Pauli

Was passiert, wenn der Blick über den eigenen Horizont hinaus sich mit dem Anderen kreuzt?

Zu Hause in St.Pauli – Unter diesem Motto entstanden 2003 im Laufe eines Semesters textile Produkte, die in Interaktion mit dem Leben – dem Zu Hause – auf St.Pauli entwickelt wurden. Die Präsentation der Produkte fand an unterschiedlichen Orten, Räumen und Plätzen dieses Hamburger Stadtteils statt: auf dem Hans-Albers-Platz, in der Ritze, im Florida-Art Hotel, in einem Waschsalon… In Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner ‚Kurverwaltung St.Pauli e.V.’ wurden stadtteilbezogene Designführungen durchgeführt, die die Vielschichtigkeit St.Paulis mit den inszenierten Produkten verknüpften. Dieser ‚clash’ unterschiedlicher Welten eröffnete Wege, Design neu (er)lebbar zu machen.